Mythen und Fragen

  • "Mit einem gesunden Lebensstil werde ich keine chronisch-entzündliche Erkrankung bekommen."
    Leider NEIN! Die Ursachen für eine chronisch-entzündliche Erkrankung sind noch nicht geklärt; es kommt allerdings bei einigen Menschen früher oder später zu einer „falschen Reaktion“ des Immunsystems: Der Körper greift sich selbst an und Entzündungen treten auf: Bei einer rheumatischen Erkrankung in den Gelenken, bei einer gastroenterologischen im Magen-Darm-Trakt und bei einer dermatologischen im Bereich der Haut. Man spricht auch von Autoimmunerkrankungen, die man heute mittels Medikamenten oft gut behandeln kann. Die Therapieeinnahme ist in der Regel ein Leben lang notwendig. Ein gesunder Lebensstil– Ernährung, Sport und Rauchfreiheit – kann die Wirkung der medikamentösen Therapie unterstützen.
  • "Wenn ich beschwerdefrei bin, kann ich meine Medikation absetzen oder die Intervalle verlängern."
    NEIN! Bei einer chronisch-entzündlichen Erkrankung handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung. Auch bei scheinbarer Beschwerdefreiheit tritt immer wieder eine Entzündung auf. Dies kann zu einem Schub oder zu einem Wiederaufflammen der Symptome führen. Im schlimmsten Fall kann es passieren, dass der Körper dann auf einen Neubeginn der Therapie nicht mehr optimal auf das Medikament anspricht.
     
  • "Ich muss ja nicht gleich zum Arzt"
    Im Zweifelsfall ist es immer besser den Arzt aufzusuchen. Die Krankheit wird manchmal schlechter, manchmal besser sein, manchmal entstehen mehr oder weniger Entzündungen und andere Symptome. Man sollte keine Zeit verlieren – was bereits zerstört ist (v.a. Gelenke) kann nicht mehr repariert werden. Nach einigen Jahren können funktionelle Beschwerden auftreten, aber auch physische und psychische Einschränkungen. Die Gefahr, nicht arbeitsfähig zu sein, ist ohne Therapie nach 10 Jahren sehr hoch.
  • Kann ich denn noch Kinder bekommen bzw. schwanger werden?
    JA! Auch mit einer chronisch-entzündlichen Erkrankung kann man Kinder bekommen. Manche Beschwerden werden teilweise während einer Schwangerschaft besser, andere können sich verschlechtern. Bei Kinderwunsch unter medikamentöser Therapie ist eine ärztliche Beratung notwendig. Durch die Medikamente ist keine Beeinträchtigung der sexuellen Leistungsfähigkeit zu erwarten. Durch einige Medikamente kann eine verminderte Anzahl der Samenzellen auftreten.

  • Muss ich mich vor Kortison fürchten?
    NEIN! Es ist ein körpereigenes Hormon, das in jedem Menschen vorkommt. Längere Zeit, also über Monate in höheren Mengen eingenommen, hat es allerdings viele unerwünschte Effekte. Kurzfristig ist es unproblematisch.
  • Muss ich mich vor Biologika fürchten?
    NEIN! Biologika sind sehr gut verträglich. Weltweit werden bereits seit Jahren Hunderttausende Patienten mit rheumatoiden Erkrankungen, Darmentzündungen und Schuppenflechte erfolgreich mit Biologika behandelt Da sie allerdings die Abwehr unterdrücken, muss man immer auf die Möglichkeit von Infektionen (z.B. bei Auftreten von Fieber) achten. Bei Fieber sollte unbedingt eine ÄrztIn kontaktiert werden.
  • Warum werden regelmäßig Blutuntersuchungen gemacht?
    Im Blut kann man Entzündungswerte (die Blutsenkungsgeschwindigkeit BSG oder den Entzündungswert CRP) feststellen, dies hilft bei der Bestimmung der Krankheitsaktivität. Sollten die Werte trotz Therapie weiter hoch sein, kann dies zu einer Anpassung der Medikation bzw. des Therapieplans führen.
  • Was ist eine klinische Studie?
    Neue Medikamente oder andere Verfahren müssen überprüft werden und deren Wirksamkeit und Sicherheit muss festgestellt werden, dazu werden neue Medikamente an freiwilligen Patienten mit deren Einverständnis untersucht.

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