Therapietreue – Patient und Arzt sind gemeinsam verantwortlich

Immer mehr Patienten machen sich selbst mit ihrer Krankheit vertraut, vor allem über das Internet. Viele wollen gemeinsam mit dem Arzt entscheiden, wie bestimmte Therapien individuell auf ihre Belange und ihre Lebenswelten abgestimmt werden können. Bei Therapietreue geht es darum, eine partnerschaftliche Kommunikation zwischen Patient und Arzt aufzubauen, damit die Therapiemotivation und Therapietreue steigt. Auch Ärzte, Therapeuten und Pflegepersonal wollen ihre Patienten aktiv am Therapieprozess teilnehmen lassen.

Für den Patienten bedeutet Therapietreue – ein Fachwort dafür lautet Adhärenz –, aktiv am Gesundungs- und Heilungsprozess mitzuwirken, auch den Willen zu zeigen, ärztlichen Empfehlungen, etwa zur Medikation oder Veränderung des Lebensstils, Folge zu leisten.

Für das medizinische Fachpersonal beinhaltet Therapietreue beziehungsweise Adhärenz Aufklärung und Information zu den Behandlungszielen, den verabreichten Medikamenten und die Anpassung der Therapie an die individuellen Bedürfnisse des Patienten.

Beispiel aus dem Alltag

Eine Behandlung, die auf ausgeprägte Therapietreue ausgerichtet ist, sucht gemeinsam mit dem Patienten aus verschiedenen Therapieoptionen die für ihn oder sie am besten geeignete heraus. Patienten werden vom Arzt zunächst über ihre Krankheit und die Behandlungsmöglichkeiten aufgeklärt, aber auch der Patient kann und soll aktiv dazu beitragen, die Krankheit zu verstehen. Unklarheiten können jederzeit beim Arzt nachgefragt werden, gemeinsam kann über mögliche Therapien gesprochen werden. Daraus sollte gemeinsam ein individuelles Therapiekonzept entwickelt werden, das es dem Patienten ermöglicht, die Therapie erfolgreich durchzuhalten.

  • Ein Patient wurde an einem Montag auf eine neue Therapie eingestellt. In der Regel muss er sich diese dann zwei Wochen verabreichen. An Montagen ist es dem Patienten aus beruflichen Gründen allerdings immer ungünstig. Um unnötige Probleme zu verhindern, überlegt der Arzt mit ihm gemeinsam, den Termin auf einen Dienstag zu legen. Dadurch konnte gemeinsam eine für beide Seiten passende Lösung gefunden.

Im Zentrum der Zusammenarbeit stehen immer Verhaltensvereinbarungen, für die der Patient die Verantwortung übernimmt und die gemeinsam mit dem Arzt oder Therapeuten kontrolliert werden.


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