Wissenschaftliches zur Therapietreue

  • Mangelnde Therapietreue in der Arzneimitteltherapie kann erhöhte Morbidität, Mortalität und hohe Kosten im Gesundheitssystem verursachen. In Deutschland belaufen sich diese auf etwa ca. 10 Milliarden Euro jährlich.1
  • Jeder fünfte Patient, der langfristig Medikamente einnehmen muss, setzt diese vorzeitig ab.2
  • Zwischen 33% und 50% der verordneten Arzneimittel zur Langzeitbehandlung werden nicht richtig eingenommen. Dies führt zu einer hohen ökonomischen Last für das Gesundheitssystem.3
  • Die Nicht-Einhaltung der Therapietreue ist kein persönliches Patientenproblem.3
  • Gemeinsam mit Patienten sollten Ärzte Lösungsmöglichkeiten zur Verbesserung der Therapietreue erarbeiten.3
  • Kontinuierliche Erfassung des Patientenwissens über seine Therapie ist wichtig.3
  • Das Wichtigste ist die Patientenunterstützung durch das Gesundheitssystem.4

Maßnahmen zur Verbesserung der Therapietreue sollten und müssen daher auf die Patientenbedürfnisse und Patienten-Präferenzen zugeschnitten sein. Das sollte eines der Hauptprinzipien der Arzt-Patienten-Beziehung sein.

  • Wahrnehmung der Patientenvorstellungen über die Erkrankungen und die Therapie
  • Gemeinsame Verständigung auf ein Behandlungsziel und –konzept bzw. gegebenenfalls Anpassung des Ziels bzw. Konzepts
  • Unterstützungsmaßnahmen wie strukturierte Patienteninformation und –schulung
  • Regelmäßige Untersuchungen und Überprüfungen der Therapie
Basierend auf die T2T Prinzipen: im Rahmen einer Therapiezielerreichung: 1. Smolen JS, et al. Ann Rheum Dis 2013;0:1–18. doi:10.1136/annrheumdis-2013-204573 ;
  1. Gorenoi V. et al.,: Maßnahmen zur Verbesserung der Compliance bzw. Adherence in der Arzneimitteltherapie mit Hinblick auf den Therapieerfolg, HTA, DIMDI, 2007
  2. Adaptiert nach Österreichische Apothekerkammer Homepage [Abruf: 20. April 2015]
  3. NICE clinical guideline 76, Medicines adherence, Involving patients in decisions about prescribed medicines and supporting adherence; Jan. 2009
  4. WHO: ADHERENCE TO LONG-TERM THERAPIES Evidence for action, WHO/MNC/03.01, 2003

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