Was ist Psoriasis?

Psoriasis und Schuppenflechte – zwei Namen für eine Krankheit. Der medizinische Name leitet sich vom griechischen „psao“, zu Deutsch „kratzen“ ab. Die betroffenen Hautareale sind gerötet, erhaben, sie schuppen sich, jucken oft – diese Symptome können für die Betroffenen sehr belastend sein.

Die gute Nachricht: Psoriasis kann sehr gut behandelt werden, so dass ein weitgehend einschränkungsfreies Leben möglich ist. Und Sie selbst können durch bestimmte Maßnahmen aktiv dazu beitragen, Ihre Lebensqualität zu verbessern.

Psoriasis – betrifft oft nicht nur die Haut!

Während man lange Zeit davon ausging, dass Psoriasis eine reine Hautkrankheit ist, haben neue wissenschaftliche Erkenntnisse in den letzten Jahren gezeigt, dass diese Sichtweise überdacht werden muss. Denn etwa ein Drittel aller Betroffenen, die moderat bis schwer an einer Psoriasis erkrankt sind, erkranken ebenfalls an einer Psoriasis-Arthritis, also einer entzündlichen Erkrankung der Gelenke, sind übergewichtig, leiden häufiger an Diabetes („Zuckerkrankheit“) und haben ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Erkrankung betrifft also, vor allem bei schwereren Formen, nicht nur die Oberfläche der Haut, sondern geht tiefer und kann den ganzen Körper beeinträchtigen. Mediziner sprechen aus diesem Grund von einer systemischen Erkrankung.


Typisch für Psoriasis ist, dass sie in Schüben auftritt. Phasen, in denen die Erkrankung aktiv ist, wechseln sich mit beschwerdefreien Zeiten ab. Abhängig davon, wie stark die Erkrankung ausgeprägt ist, unterscheidet man zwischen einem leichten, moderaten und schweren Verlauf.

Was bei Psoriasis im Körper passiert

Bei Psoriatikern ist der Prozess der Hauterneuerung stark beschleunigt. Die Hautzellen (Keratinozyten) teilen sich acht Mal schneller als bei gesunden Menschen. Dadurch verkürzt sich der Zeitraum der Erneuerung der Oberhaut (Epidermis) von etwa vier Wochen auf wenige Tage. Die Folge sind die typischen Psoriasis-Plaques: scharf begrenzte und gerötete Hautareale, die von einer Schuppenschicht bedeckt sind.

Nicht heilbar, aber gut behandelbar

Da Psoriasis eine chronische Erkrankung ist, kann sie nicht geheilt werden. Aber: Sie ist gut behandelbar. So gut, dass Menschen mit Psoriasis in vielen Fällen ein weitgehend einschränkungsfreies Leben führen können. Wichtig: Sie müssen sich auch keine Sorgen um Ihre Angehörigen machen: Psoriasis ist nicht ansteckend!

Ursache unbekannt

Die genaue Ursache von Psoriasis ist bis heute nicht abschließend geklärt. Wissenschaftler gehen davon aus, dass es nicht nur einzelne Auslöser gibt, sondern unterschiedliche Faktoren an der Entstehung der Erkrankung beteiligt sind. Zu den Umwelteinflüssen, die Psoriasis begünstigen können, gehören z. B. Infekte, Stress, Hautverletzungen oder Rauchen. Ein weiterer Faktor ist die erbliche Veranlagung. Sind andere Familienmitglieder z.B. ein Elternteil, an Psoriasis erkrankt, ist die Wahrscheinlichkeit, auch zu erkranken, leicht erhöht.

Jeder kann betroffen sein

In Österreich sind mehr als 200.000 Menschen von Psoriasis betroffen. Grundsätzlich kann die Psoriasis jeden treffen. Oft tritt sie im Alter zwischen 15 und 25 Jahren erstmalig auf. In diesem Fall spricht man von einer Typ-1-Psoriasis. Ein zweiter Altersgipfel liegt zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr (Typ 2 oder Spättyp). Männer und Frauen sind etwa gleich häufig betroffen. Die Gesamtzahl der Psoriasis-Betroffenen wird auf weltweit etwa 125 Millionen Menschen geschätzt. Man geht davon aus, dass mindestens 30 % aller Betroffenen an einer moderaten oder schweren Form der Psoriasis leiden.


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