Wie rheumatoide Arthritis behandelt wird

Jeder reagiert anders auf die Erkrankung und daher muss der Arzt / die Ärztin auch die Behandlung individuell anpassen. Je früher Sie mit der Behandlung beginnen, umso besser: Eine frühe Diagnose und ein rascher Therapiebeginn sind ausschlaggebend um bleibende Schäden möglichst zu vermeiden oder ihre Entstehung einzudämmen. Mit den richtigen Medikamenten und ein paar unterstützenden Maßnahmen können Sie Ihre Beschwerden jedenfalls minimieren – und Ihre Lebensqualität steigern.

Medikamentöse Behandlung

In der Behandlung chronisch-entzündlicher Rheumaerkrankungen werden derzeit fünf Hauptgruppen von Arzneimitteln eingesetzt, die in den meisten Fällen in unterschiedlicher Weise miteinander kombiniert werden. Dabei handelt es sich um:

  • Nichtsteroidale entzündungshemmende Medikamente: werden auch NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika) genannt. Sie lindern Schmerzen und hemmen die Entzündung. NSAR sind in der Regel die ersten Medikamente, die nach der Diagnose eingesetzt werden. Ihre Wirkung tritt meist schnell (innerhalb von Stunden) ein.
  • Kortison: wirkt stark entzündungshemmend und dadurch auch schmerzstillend. Die Wirkung von Kortikoiden setzt meist schnell (innerhalb weniger Stunden) ein.
  • Schmerzmittel: Wenn die Erkrankung sehr ausgeprägt ist und starke Schmerzen verursacht, können neben NSAR auch weitere Schmerzmittel zum Einsatz kommen.
  • Basistherapeutika: Basistherapeutika wie Methrotrexat, Sufasalazin oder Leflunomid hemmen die Abwehrreaktion des Körpers gegen die Gelenke und verringern so die Entzündung.
  • Biologika: Biologika sind biotechnologisch hergestellte Arzneimittel, die gezielt in die Abwehrreaktion des fehlgeleiteten Immunsystems eingreifen. Biologika wie TNF-alpha-Blocker, Interleukin-1- und Interleukin-6-Rezeptor-Blocker, B- und T-Zell-Hemmer greifen in den Prozess der Gelenkentzündung und -zerstörung ein und blockieren diesen. Im Idealfall kann die Entzündung abklingen und die Beschwerden verschwinden.

Unterstützende Maßnahmen

Zusätzlich zu Ihrer medikamentösen Behandlung kommen noch weitere Maßnahmen in Frage, die sich positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken können. Dazu gehören:

  • Physiotherapie: Eine frühzeitige und regelmäßige Physiotherapie hilft Fehlstellungen und Versteifungen von Gelenken, die z. B. durch schmerzentlastende Schonhaltungen entstehen, zu verhindern oder zu korrigieren.
  • Ergotherapie: Die Ergotherapie hilft mit spielerischen und handwerklichen Aktivitäten, Tätigkeiten im Alltag besser zu bewältigen. Dabei werden z. B. gelenkschonende Bewegungsabläufe geübt.
  • Operative Maßnahmen: Um bereits entstandene Schäden zu beheben, kann auch in seltenen Fällen eine Operation in Frage kommen, die die Funktion der betroffenen Stelle wiederherstellt.
  • Psychologische Unterstützung: Mit einer chronisch-entzündlichen Rheumaerkrankung zu leben ist nicht leicht. Wird die Erkrankung zu einer zu großen Belastung, können Gespräche mit einem Therapeuten / einer Therapeutin sehr wohltuend sein.

Auch eine Umstellung einiger Lebensgewohnheiten wie Ernährung, die Vermeidung von Stress und ein aktiver Lebensstil können zu Ihrem Wohlbefinden beitragen und sich so auch positiv auf Ihre Erkrankung auswirken.


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