Kinder- und Jugendrheuma – was ist das?

Die medizinische Bezeichnung von Kinder- und Jugendrheuma lautet „ juvenile idiopathische Arthritis (JIA)“. Dabei handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Gelenke, die oft in Schüben verläuft. „Juvenil“ ist gleichbedeutend mit kindlich/jugendlich, „idiopathisch“ bezeichnet Erkrankungen ungeklärter Ursache und „Arthritis“ heißt Gelenkentzündung. Sie sind zwar nicht heilbar, aber mittlerweile sehr gut zu behandeln. Was dabei im Körper passiert, von welcher Ursache man ausgeht und wie weit sie verbreitet sind, erfahren Sie hier.

Was bei juveniler idiopathischer Arthritis im Körper passiert

Juvenile idiopathische Arthritis (JIA) ist eine so genannte Autoimmunerkrankung: Der Körper „greift sich selbst an“. Das körpereigene Abwehrsystem (Immunsystem) ist eigentlich dafür verantwortlich, den Organismus vor Krankheitserregern, wie etwa Viren oder Bakterien zu schützen. Bei JIA wendet sich das Immunsystem gegen körpereigenes Gewebe und löst eine Entzündung aus. Eine Ursache ist dafür noch nicht bekannt. Wenn ein Gelenk von dieser Reaktion betroffen ist, entzündet sich die Gelenksinnenhaut (Synovialis), schwillt an und beginnt im weiteren Verlauf der Erkrankung zu wuchern. Bei anhaltender Entzündung zieht das wuchernde Gewebe (Pannus) den Gelenksknorpel und letztendlich auch den Knochen in Mitleidenschaft. Wenn die Erkrankung nicht effektiv behandelt wird, kann das Gelenk dadurch zerstört werden. Außerdem wird ein Gelenkerguss verursacht, da sich zusätzlich Gelenkflüssigkeit ansammelt. Die Folgen dieses Entzündungsprozesses sind Schwellungen, Schmerzen und eine Einschränkung der Beweglichkeit, sowie der Gelenksfunktion. Da sich ein einmal – ab einem gewissen Ausmaß – betroffenes Gelenk nicht mehr vollständig regenerieren und damit geschädigt bleiben kann, ist es besonders wichtig, das Fortschreiten einer JIA frühzeitig durch eine wirksame Therapie zu mindern oder sogar aufzuhalten.

Über mögliche Ursachen

Dank intensiver Forschung sind heute schon viele Zusammenhänge hinsichtlich der juvenilen idiopathischen Arthritis bekannt. Dies hat in den letzten Jahren auch zu der Entwicklung von neuen und effektiven Behandlungsmöglichkeiten beigetragen. Trotzdem sind auch die Ursachen von JIA noch immer nicht gänzlich geklärt. Es wird davon ausgegangen, dass mehrere Faktoren zusammenkommen müssen, um eine JIA auszulösen. Eine wichtige Rolle spielt dabei die ererbte Veranlagung. Vermutet wird, dass diese sogenannte genetische Disposition mit bestimmten Umweltfaktoren, z. B. Viren, Bakterien oder Verletzungen, zusammentrifft, wenn die Erkrankung ausbricht. Auch wenn nicht klar ist, warum ein Kind an JIA erkrankt, so ist doch eines sicher: Niemand hat Schuld an der Krankheit und es gibt auch keine Möglichkeit, das Auftreten zu verhindern. Ist aber einmal eine Diagnose gestellt, kann die Erkrankung gut behandelt werden.

Über die Verbreitung der JIA

Man geht davon aus, dass in Österreich etwa 3.000 Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren von JIA betroffen sind. Zusätzlich erkranken 150 weitere jährlich daran.


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