Axiale Spondyloarthritis – was ist das?

Spondyloarthritis (kurz: SpA) ist der Sammelbegriff für eine Gruppe von chronisch-entzündlichen rheumatischen Erkrankungen. Je nach Ort der vorherrschenden Beschwerden unterscheidet man zwischen axialer (vornehmliche Beteiligung der Sakroiliakalgelenke – also der Gelenke zwischen Kreuz- und Darmbein - und der Wirbelsäule) und peripherer SpA (vornehmliche Beteiligung der peripheren Gelenke wie Knie, Handgelenke, Ellenbogen oder Füße). Hier geht es um Ursachen und Verbreitung der axialen Spondyloarthritis.

Was bei axialer Spondyloarthritis im Körper geschieht

Bei axialer Spondyloarthritis (axiale SpA) handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper statt gegen Bakterien und Viren richtet. Infolge eines fehlgeleiteten Entzündungsprozesses werden Knochen, Knorpel und Bindegewebe angegriffen. Im Normalfall befinden sich Zytokine, die eine Entzündung fördern, und solche, die sie hemmen, im Gleichgewicht. Dieses ist bei axialer SpA gestört, da die entzündungsfördernden Zytokine (unter anderem der Tumornekrose-Faktor-alpha) übermäßig ansteigen. Unbehandelt kann das zu einer Versteifung oder Verformung der Gelenke führen. Durch frühzeitige Diagnose und Therapie lassen sich Spätfolgen allerdings gut vermeiden.

Die zwei Formen der axialen SpA

Trotz der Fortschritte der medizinischen Diagnostik werden manche Erkrankungen immer noch sehr spät diagnostiziert. Die durchschnittliche Erkrankungsdauer zum Zeitpunkt der Diagnose einer SpA beträgt derzeit mehr als 5 Jahre. Im normalen Röntgenbild sind Veränderungen des Bewegungsapparats erst nach mehreren Jahren nachweisbar. Ein „unauffälliges“ Röntgen schließt daher eine axiale SpA keinesfalls aus. Aufgrund der Forschungsergebnisse der letzten Jahre geht man von einem Krankheitsverlauf beginnend mit einer radiografisch nicht nachweisbaren Entzündung (nicht-radiografische axiale SpA) hin zum radiografisch nachweisbaren Stadium (ankylosierende Spondylitits) aus. Dabei sind Beschwerden und Leidensdruck der beiden Erkrankungen durchaus vergleichbar.

Über mögliche Ursachen

Die Ursache für axiale SpA ist bis heute nicht bekannt, jedoch scheinen Menschen mit einer bestimmten genetischen Veranlagung ein höheres Risiko aufzuweisen. Mögliche Auslöser sind eventuell Infektionen im Harnwegs- oder Darmbereich.

Über die Verbreitung von axialer SpA

Typisch für die axiale SpA ist, dass sie bereits in jungen Jahren auftritt und somit Patienten in den produktivsten Jahren betrifft. Die ersten Symptome können schon um das 26. Lebensjahr oder früher auftreten. Während Männer von ankylosierender Spondylitis häufiger betroffen sind als Frauen (3:1), liegt bei der nicht-radiografischen axialen SpA das Verhältnis in etwa bei 1:1. In Österreich geht man von etwa 50.000 Patienten mit ankylosierender Spondylitis aus (ca. 0,5 % der Bevölkerung).


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